In meiner kleinen Ecke dieser Erdkugel, in Utah, ist die Welt kuerzlich zusammengebrochen, ganz buchstaeblich. Einer der etwa 2000 aus Sandstein bestehenden Boegen die Arches National Park aufzuweisen hat, ist nachts am 4. August 2008 in sich zusammen gestuerzt. Erstaunlicherweise passiert dies nicht allzuoft, dass diese so gebrechlich aussehenden Steinboegen den Maechten der Naturgesetze nachgeben. Es hat mir aber dennoch zu denken gegeben.
Wie moechte ich mein Dasein begruenden, wenn der Schluesselstein des Lebens so unerwartet herausfallen kann? Was macht das Leben eigentlich lebenswert?
Ich kann nur fuer mich sprechen, moechte hier auf diesem Plattform in keinerweise predigen, aber ich kann die Antwort dazu in einem Satz fassen. Wenn man nicht alles auskostet, was das Leben Einem bietet, dann ist man ein Pharisaeer, man laeuft blind durch die Welt, es entgehen Einem die kleinen und die grossen Schoenheiten, die unretouchierten Wahrheiten, das Ich und das Du.
Das Leben ist nunmal vergaenglich, und ehrlich gesagt moechte ich es auch nicht anders haben. Bitte nicht falsch verstehen, ich erhoffe fuer mich und meine Lieben, Familie, Freunde, ja auch die Fellnasen, ein langes und gesundes Leben, aber das was es so kostbar macht, ist dass man meist nur einmal die Chance bekommt damit zu machen wovon man traeumt.Darum versuche ich mit bewusst offenen Augen das grosse Bild auf der Leinwand des Lebens zu sehen und zu ergreifen, taete ich es nicht, haette ich Vieles versaeumt.
Die ersten Veilchen im Fruehjahr, ein Geschenk vom Grossvater an mich, zu Ehren seiner verstorbenen Frau, meiner Grossmutter, die diese immer alljaehrlich bekam-- ein Zeichen dass das Leben zurueckgibt, was es gezwungenermassen wegnimmt.Eine ganz besondere Katze,eine uns wildzugelaufene namens Wolfie, die mir durch Beispiel gezeigt hat, wie man selbst unter Schmerzen und Krankheit in Anmut leben kann, und einem Menschen wie mich ohne Vorbehalt groesstes Vertrauen und Sanftheit bei ihr sicherlich unangenehmen aber notwendigen medizinischen Eingriffen bewiesen hat. Mein Vater, am Ende seines Lebens, so weise und guetig, er hat mir gezeigt wie man dem Tode gegenueberstehen kann, ohne Angst, und mit Wuerde. Die Moeglichkeit die Hand der Vergebung einem Nachbarn zu reichen, der sich im Zustand der geistigen Umnebelung fast an mich vergriffen haette, und sich im letzten Moment eines Besseren besonnen hat, und es aus innerster Ueberzeugung aufrichtig gemeintzuhaben. Und das Versprechen des Lebens, durch die ungetruebeten Augen Kinder, so offen, so ohne Tuecke oder Arglist. Es gibt viel zuviele Instanzen, wobei ich Lektionen fuers Leben mir eingepraegt habe, um sie in Zeiten der Zweifel und der Dunkelheit hervorzuholen, und mir vor Augen fuehren, wie dankbar ich bin auf dieser Welt zu sein, und von den reichen Gaben die mir geboten wurden jeweils eine Kostprobe entnommen zu haben. Ich weiss, ich habe nichts Aussergewoehnliches erlebt, aber ich bin mir sicher, die bevorstehenden Abenteuer werden die Reise wert gewesen sein...

Mit freundlicher Genehmigung der
National Park Service






Zusammenschlüsse
15.12.09 @ 19:11:28
von quargl
Lieber Julian,
Ich denke es ...
15.12.09 @ 19:09:23
von quargl
Hallo Julian Nachdem ich soviel von ...
14.12.09 @ 23:22:04
von paula 50
Lieber Julian Eine wahrhaft fröschliche Geschichte :-) Hast ...
14.12.09 @ 23:00:08
von Nefissa
Hallo Julian das ist eine wunderschöne Geschichte ...
14.12.09 @ 22:05:59
von maggie